„Hin und zurück“ – Eine Reise durch Hyrule

Dieser Artikel kein Test der unter Zeitdruck entstehen musste, sondern vielmehr ein „Reisebericht eines Fans der dem Ruf der Wildnis gefolgt ist …

Trotz grandioser Wertungen und von vielen als das beste Zelda der gesamten Reihe bezeichnet, spaltet BOTW aber mal wieder die Fangemeinde.

Kurz nach Release des Titels fanden die ersten „Beschwerden“ Ihren Weg online.

Dem Spiel wurde „zu wenig Abwechslung“ „unechtes Open World Feeling“ als auch eingeschränkte Gegnervielfalt“ vorgeworfen.

Doch einer der größten Kritikpunkte war ‘es ist kein echtes Zelda, wenn Link nicht im grünen Helden Outfit durch Hyrule streift“.

An dieser Stelle muss allerdings ehrlich gesagt werden, dass wir FANS alles andere als leicht zu frieden zu stellen sind. Als THE WIND WAKER offiziell ein Zelda Abenteuer im Cel-Shading Look wurde, was haben wir da nicht alle laut aufgeschrien und sind hysterisch geworden.

Nach fast 30 Jahren wissen wir lieben Fans wohl noch immer nicht, dass nichts so heiß gegessen wird wie es gekocht wird.

Daher betrachte ich persönlich das neue „Koch-Feature“ in BOTW auch sehr gerne als kleinen Seitenhieb auf uns selbst?! Denn manchmal hätten wir es wirklich verdient 😉

Es wurde uns ein Zelda Abenteuer versprochen wie wir Fans noch keines zuvor erlebt haben. Maßstäbe die alles zuvor da gewesene in den Schatten stellen würden und ein Gefühl der Freiheit beim eintauchen in diese neue Spielwelt.

Große Worte eines Spieleherstellers die wir Fans allerdings schon zu oft gehört haben, nur um Letzen Endes doch wieder auf die ein oder andere Art und Weise enttäuscht zu werden.

Der japanische Konzern hat in der Vergangenheit bereits ihren Sinn für Risikobereitschaft gezeigt und dass Sie diesen auch weiterführen wo andere Produzenten Klein beigegeben würden.

Das Vorhaben eine fast 30-jährige Franchise von Grund auf zu ändern fällt ohne Zweifel in diese Risiko-Kategorie. Doch genau diese Risikobereitschaft war es, die Nintendo das Mammutprojekt BOTW überhaupt stemmen lies und uns somit eindrucksvoll in Erinnerung rief wieso Sie einst unangefochtene Nummer 1 der Konsolenwelt waren.

Wer erwartet, an der Hand genommen, die ersten Stunden Steuerung und Gameplay zu erlernen irrt sich.

Kaum ist man in der offenen und weiten Spielewelt angekommen gibt es nur zwei kurze Einträge ins Tagebuch und unser Abenteuer in der Wildnis nimmt seinen Lauf.

Egal ob Eiseskälte auf Bergspitzen, lebensbedrohliche Temperaturen am Todesberg oder die energieraubende Wüstenhitze Gerudo’s. Ohne die richtige Ausrüstung stößt man bald an die eigenen Grenzen und das erklimmen von Bergen oder Turmspitzen zählt somit wohl zu den größten Herausforderungen.

Spätestens wenn man mit Link die Theorie widerlegt hat ein Blitz würde niemals an der gleichen Stelle einschlagen (doch das tut er, zumindest in BOTW und bei zu viel Metall im Inventar) wird einem sehr schnell klar, dass die wirkliche Bedrohung in BOTW niemand geringeres als Mutternatur selbst ist.

Eine Gegnerin, die allgegenwärtig und anders als die „eingeschränkte Gegnervielfalt“ niemals schläft.

Einfachste Aufgaben mutieren zu Todesfallen nur, weil man die eigene Ausdauer überschätzt. Spaziergänge mit Metallausrüstung führen zu oben genannter Widerlegung der „Blitztheorie“. Zu geringe Ausdauer sorgt auch schon mal dafür, selbst in seichten Gewässern ganz schnell die Herzleiste zu leeren.

Die sehr realistische Darstellung der Spielewelt lässt so manch anderen Open World Konkurrenten vor Neid erblassen und zeigt vor wie es gemacht gehört.

Uns wurde die Freiheit versprochen nach Lust und Laune Hyrule bewandern zu dürfen und tun und lassen zu können was uns gefällt.

Dieses Versprechen wurde seitens Nintendo auch eingehalten.

Selbstverständlich geben uns Quest Geber eine Richtung vor in die wir uns bewegen sollen. Doch in welcher Reihenfolge wir an welches Problem herantreten und wie wir es lösen bleibt uns überlassen.

Natürlich weißt die Story uns in eine Richtung aber wir werden niemals gezwungen diese auch einzuschlagen. An mancher Stelle benötigen wir natürlich gewisse Ausrüstungsteile um in der Story voranzukommen gibt uns aber jegliche Freiheit an den Punkt der Story zu gelangen.

Diese Freiheit sorgte auch dafür, dass ich gefühlte Stunden damit zugebracht habe auf gut Glück die (riesige!) Karte von Hyrule aufzudecken und mich damit beschäftigt habe auf die höchsten Gipfel zu klettern und mich vom Wind treiben zu lassen und ständig mit neuen Elementen überrascht zu werden.

Diese Neugier trieb mich auf die tief verschneite Ranell-Spitze. Wo meine Neugier auch das absolute Highlight meiner Erkundungstour zum Vorschein brachte. Da ich niemanden diesen Moment mit Spoilern verderben möchte tippe ich diesen Artikel also einfach mit einen breiten Grinsen weiter 😉

Die Tatsache mit Kochrezepten bereits recht früh im Spiel die Herzleiste (temporär) um fast das vierfache erhöhen zu können hilft sehr dabei diese Freiheit auch ausleben zu können. Die „Crafting-Komponente“ im klassischen Sinn ist im direkten Vergleich mit Titeln wie „Rise of the Tomb Raider“ oder „Horizon:Zero Dawn“ eher gering ausgefallen.

Doch im Gesamten betrachtet, sind es gerade diese auf das nötigste Beschränkte Crafting Momente die herausstechen.Zutaten für Speisen und Elixiere sammelt man ganz nebenbei und das lästige Gefühl des „Farmen müssen“ bleibt uns als Spieler erspart.

Wer sich dazu entscheidet bessere Rüstungen erstellen zu wollen dem bleiben im späteren Spieleverlauf kleine „Farming-Ausflüge“ nicht erspart.

Doch ist ein erfolgreiches vorankommen in der Story auch fast gänzlich ohne diese möglich. Die Zubereitung verschiedenster Speisen hilft nicht nur unsere Herzleiste/Ausdauer aufzufüllen, sondern bei der richtigen Anwendung können wir damit auch für ein kräftiges plus in unserem Geldbeutel sorgen.

Die klassische „Töpfe zerschlagen“ oder „Gras schneide“ Technik um an das rare Zahlungsmittel Edelsteine zu gelangen wurde über Bord geworfen. Stattdessen werden wir für das erfüllen von Side-Quests oder das töten von Minibossen mit der Währung Hyrules belohnt. Oder wir verkaufen unsere zubereiteten Köstlichkeiten an gewillte Händler.

Hierbei gilt, je besser oder seltener die Zutaten desto höher unser Gewinn.

Der Soundtrack zählt für mich zu den besten der letzten Jahre und hier beschränke ich mich nicht nur auf Spielesoundtracks, sondern wage den direkten Vergleich mit der großen Schwester Hollywood und deren Produktionen.

Die Musik passt sich perfekt dem Spielverlauf an und versteht sich darauf jede Situation richtig zu untermalen. Koji Kondos Meisterhafter Soundtrack der Anfang der 80iger Jahre mitunter den großen Erfolg der Zelda Reihe mit ausmachte, ist ständiger Begleiter und wurde von Manaka Kataoka perfekt umgesetzt.

Die musikalischen Reprisen klassischer Zelda Titel die perfekt in die neue Handlung integriert wurden haben mein Fan Herz höherschlagen lassen und mich nicht nur einmal in meine Kindheit zurückversetzt an den Moment als ich zum ersten mal mit Link, Epona und der OCARINA OF TIME über die Steppen Hyrules geritten bin.

„Good old days in Hyrule“

The Legend of Zelda: Breath of the Wild ist eine Geschichte über das erwachsen werden.

Zeldas innerer Kampf gegen ihre eigenen inneren Dämonen und den Selbstzweifeln die sie plagen um die Erwartungen des Volkes und die ihres Vaters erfüllen zu können spiegeln den Prozess des erwachsen werden sehr glaubhaft wider.

Die Ausführung der Story gehört für mich zu den besten und emotionalsten der ganzen Zelda Reihe.

Der Atem der Wildnis bringt tatsächlich frischen Wind in die Reihe. Jedoch nie ohne dabei respektvoll den Kopf vor seinen Vorgängern zu verneigen.

Unzählige Anspielungen auf die vergangenen Abenteuer von Link sind liebevoll integriert worden und haben mich von der ersten Sekunde an mit einen breiten Grinsen im Gesicht das Abenteuer genießen lassen. Die „Beschwerden“ vieler Fans konnte ich für mich nicht bestätigen und gehe sogar soweit und platziere BOTW gemeinsam mit OoT auf den Thron der Zelda Reihe.

Mit „THE LEGEND OF ZELDA: Breath of the Wild“ präsentiert uns Nintendo ein wahres Meisterwerk in der nun schon 30 Jahre andauerten Erfolgsgeschichte der Serie.

Nicht nur Zelda ist erwachsen geworden, sondern auch wir Fans haben eine Reise hinter uns gebracht die uns näher an unsere Ziele im Leben gebracht haben.

Selbst nach mehr als 90 Stunden und 70 abgeschlossene Schreinen später, hält mich BOTW auch nach dem Beenden der Hauptstory immer noch in seinen Bann und hat es geschafft den Zauber von damals wieder zu erwecken.

 

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