Alles andere als eine griechische Tragödie – Super Mario Odyssey -Review

Vor 20 Jahren, also am 1.März 1997, revolutionierte Nintendo mit dem N64 und „Super Mario 64“ die Videospiele Welt.


Marketing in den 90iger Jahren – „Change the System“ – N64 Release – Commercial 1996


Das Game setzte einen Meilenstein in der Videospiele-Geschichte und beeinflusste die Gameing- Welt nachhaltig. Analog Stick und Rumble-Feature, die heute gar nicht mehr weg zu denken sind in den alltäglichen Spiele Sessions, fanden damals Einzug in die Kinderzimmer. Sowie die ersten Schritte in eine 3D Welt.

Bevor 3D zum nervigen extra in den Kinosälen dieser Welt wurde, war es eine revolutionierende Entwicklung am Spielesektor.

Kritiker sehen in Super Mario 64, heute noch eines der besten und revolutionärsten Games aller Zeiten. Mit „Mario Sunshine” versuchte man 2002, zwar einen akzeptablen Nachfolger zu präsentieren, allerdings wurde dieser den Ansprüchen von Fans und Kritikern nicht gerecht.

Mit dem Release der Nintendo Switch am 3.3.2017 wollte es Nintendo noch einmal wissen.

Aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt, Liesen sie alle Skeptiker mit offenen Mündern zurück, als sie mit „The Legend of Zelda: Breath of the Wild“ die 30-jährige Erfolgsserie mit großen Veränderungen zu Weltweiten Bestwertungen pushten.

Am 27.10.2017 kam Super Mario: Odysee in den Handel und innerhalb kürzester Zeit war klar: nach 20 Jahren liefert Nintendo einen weiteren Meilenstein ab und Super Mario: Odysee ist am Weg zum erfolgreichsten Mario-Titel aller Zeiten.

Update: Mittlerweile ist es offiziel.  Innerhalb von 3 Tagen wurde Mario Odysee 2 Millionen mal verkauft und ist damit der am schnellsten verkaufte Titel der Jump & Run Reihe.

Der Wertungsdurchschnitt weltweit liegt bei 97% und unterstützen den Erfolg nur noch.

Nach einer Woche als Marios Begleiter muss ich leider zugeben, dass selbst wenn ich wollte, ich einfach keine Gründe für eine schlechte Wertung gefunden hätte. Selbst die Tatsache, dass sich rund um die „Hintergrund Geschichte“ nicht viel geändert hat außer dass sie nun im Rahmen einer Hochzeit passiert.

Doch auch diesen Umstand „verzeiht“ man als Spieler sehr gerne, da Super Mario: Odyssey ab der ersten Sekunde mit so viel Charme und Kreativität einfach zu überzeugen weiß.

Ihn als bloßes Mittel zum Zweck zu bezeichnen wäre nicht fair. Seit Fan-Liebling Yoshi hat es kein Side Kick Marios mehr geschafft, sich so sehr in die Herzen der Spieler zu „versetzen“

Marios neuer Begleiter „Cappy“ ist alles andere als ein (ACHTUNG: Wortwitz!) „alter Hut“!

Mario und Cappy. Wie haben wir es die letzen Jahre nur ohne seiner Hilfe geschafft?!

Mit seiner Unterstützung ist es Mario nämlich nicht nur möglich Schaden bei der Gegnerschaft zu verursachen sondern sich im wahrsten Sinne des Wortes auch „in den Feind hineinzuversetzen“. Wirft man Cappy nämlich auf Gegner oder Objekte übernimmt Mario diese.

Ist eine Plattform für einen Sprung unerreichbar verwandelt man Mario einfach kurzer Hand in einen beflügelten Gumba und fliegt hinüber.

Die Einsatzmöglichkeiten hier sind nicht endendwollend. Selbst wenn man denkt bereits alles gesehen oder ausprobiert zu haben wird man doch wieder durch die Kreativität der Macher überrascht.

Abwechslungsreiche Spielewelten

Ebenso abwechslungsreich geht es bei den Spielewelten zur Sache. Bis man den Abspann des Spieles zu Gesicht bekommt sind es 14 verschiedene Welten die zu begeistern wissen. Egal ob eine Wüstenstadt mit „kälte Problemen“, eine farbenprächtige Unterwasserwelt oder die zu späterer Folge fotorealistische Großstadt. Mini-Missionen um Power-Monde zu sammeln, die als Sprit für Marios Odyssey dienen – dem Titel gebenden Luftschiff in passender Hut-Optik, warten an allen Ecken, Enden, Kurven, Vorsprüngen etc.

Die Odyssey wird mit Monden gefüttert!

Geradliniges Level Design? Keine Spur.

Ein Open-World-Spielprinzip erinnert dabei tatsächlich sehr an den „großen Bruder“ aus dem Jahre 1997. Kein anderer 3D Mario Titel seither wusste mit so viel Abwechslung und kreativen Ideen zu begeistern wie Odyssey. Entweder man verbringt längere Zeit in einem Setting und stellt sich den verschiedenen Herausforderungen oder macht sich direkt auf den Weg zum Boss-Fight wo auch die meisten Monde als Belohnung warten.

Nicht VINTAGE, sondern Retro mit ganz viel Herz!!!

Das Spiel brodelt geradezu vor Retroelementen, die Fans der ersten Stunde und auch denen die Mario noch nicht so lange begleiten, ein breites Grinsen ins Gesicht zaubert.

Ein Sprung in die grünen Röhren bringt Mario aus der 3D Welt in den Retro-Modus, bei dem die Spielfigur kurzzeitig in eine 2D-Ansicht schlüpft Diese erweisen sich in späteren Abschnitten sogar kniffliger als der erste Blick erahnen lässt. Viele Bekannte Charaktere und visuelle Elemente erinnern, neben dem genialen Orchester Soundtrack an ältere Titel der Jump & Run Reihe. Um das ganze abzurunden kann Mario nun auch die gesammelten Spielmünzen in Läden gegen Kostüme eintauschen, die ebenso den Retro-Faktor ankurbeln.

Grüne Warp-Röhren dienen als „Zugang in die Retrowelt

Überraschend präzise Steuerung per „Joy-Cons“

Von der ersten Sekunde an wird klar, Nintendo hat Super Mario Odyssey ganz bewusst auf die Joy-Cons ausgelegt. Was mich im ersten Augenblick etwas zurück schrecken lies stellte sich bald als intuitive „Steuerungsmöglichkeit“ dar die das werfen von Cappy authentisch und präzise möglich machen. Bis auf ein paar wenige Ausnahmen gewann mein Pro-Controller allerdings gegen die Joy-Cons da diese für größere Hände meiner Meinung auf Dauer zu „unhandlich“ sind.

Kenner der Vorgänger werden innerhalb weniger Sekunden mit der Steuerung zurechtkommen. Dreifach Saltos, Stampfattacken, Hecht und Wand Sprünge haben sich in den letzten Jahren in Sachen Ausführung nicht verändert und bringen den Spieler sofort zurück in Marios Welt.

2-Spieler Modus

Ein wenig Innovation im zwei Spieler Bereich wäre das Sahnehäubchen auf dem „Mario-Eis-Coup“ gewesen.

Sowie Super Mario Bros auf dem NES den ersten „2 Spieler-Modus“ (wobei, ein Spieler nach dem anderen Spieler es eher trifft) mitbrachte so bringt Odyssey die Option auf „Koop-Gameing“ mit. Dabei übernimmt ein Spieler die Rolle von Mario, während der andere „Cappy“ steuert. Da Cappy jedoch essentielles Game Play ist – wird die Aufteilung in den zwei Spieler Modus eher zur Herausforderung aufgrund ständig nötiger Absprache.

  Fazit

Insgesamt gibt es an „Super Mario Odyssey“ sehr wenig auszusetzen. „Big N“ hat es geschafft dem bekannten Spielprinzip mit gelungenen Neuerungen neue Facetten zu verleihen, die sich perfekt ins Spiel integrieren und man sich fast schon fragen muss wie man bisher ohne sie auskam.

Die „Gegner-Kontrolle“ und Möglichkeit deren Fähigkeiten anzunehmen, ist zwar nicht 100% neu aber ein erfrischend und neues Konzept dass, sich ins bereits sehr gute Jump-n-Run-Grundgerüst in Marios neuen Abenteuer einfügt. Die Kreativität die die Macher in das Spiel investiert haben sucht derzeit seines gleichen. Es gab nicht ein Level während der gemeinsamen Reise mit Mario in dem ich nicht mindestens ein breites Grinsen im Gesicht gehabt hätte. Ständig gibt es etwas neues zu entdecken und wenn man denkt bereits alles gesehen zu haben wissen die Entwickler aufs neue zu überraschen. 

Mit „Super Mario Odyssey“ hat Nintendo einen Meilenstein geschaffen wie einst mit Super Mario 64. Marios SWITCH Abenteuer ist ein wirkliches Meisterwerk und legt die Latte für zukünftige Jump&Run Ableger mit dem (Ex) Klempner sehr hoch. Die hohen Erwartungen erfüllt der Titel nicht nur mit Bravur sondern begeistert auch darüber hinaus.

20 Jahre nach dem Release von „Super Mario 64“ liefert Nintendo endlich einen würdigen Nachfolger des 1997′ Titels ab, der ohne Probleme in die Fußstapfen treten kann und dabei Mario&Co ehrwürdig in ein neues Zeitalter führt. 

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